© Sophie Schäfer

Lebenstexte

Seit dem 18.1.21....

... lade ich ab und zu mal kurze Texte hoch, die ich schreibe, inspiriert vom Leben.

Empfinden

 In der Endgültigkeit des Todes liegt friedliche Ruhe. 
Unveränderlich.
Im Verlust an das Leben tobt zweifelnde Sehnsucht.
Hoffnung. 

Geliebter

"Du kennst mich nicht" wendest du ein. "Wie willst du mich lieben? Würdest du mich kennen, wärst du nur enttäuscht von mir. Du würdest merken, dass du dich in mir getäuscht hast. Für mich interessierst du dich nicht wirklich." 

- "Du irrst sehr. Deine Worte spiegeln dein verletztes Selbstbild. Es ist die Gesamtheit deiner Erfahrungen, die dir einzigartige Schönheit verleiht. All Deine Wunden, Verletzungen und Narben machen dich zu dem, der du bist. Du hast deine Kämpfe geführt, du warst alleine und hast gelitten. All die Liebe, die trotzdem in dir gewachsen ist, macht dich für mich so einzigartig und unverwechselbar. Ich sehe nur Schönheit, weil ich deine Schwächen sehe und ganz besonders an dir liebe. Zweifle nicht, vertraue nur."

für immer

Geliebter
Es ist Deine Religion
Die ich liebe
Weil ich Dich liebe 

kleiner Abschied

Blechern 
dringt die Stimme 
durch zu mir
"Bleiben Sie gleich hier."
Vorsorge war es
ein Kampf wird es
ein kleiner Abschied ist es.
Die Zeit bleibt stehen
aber nur für mich
Geplantes 
ist unerreichbar
Ein milchiger Vorhang 
vor dem Leben
oder Sterben?

Kuss des Todes

Mein Puls beschleunigt sich
Mein Herz klopft
Gefühlt bis zum Hals
Atme ich schneller, langsamer oder gar nicht?
Es ist dunkel
Ich schaue mich um
Alle Richtungen
Ich laufe schnell
Die Kälte erfasst meinen Körper
Der Windhauch fühlt sich an wie der Kuss des Todes 
Es sind nur wenige Meter vom Haus bis zum Auto
Geschafft

nicht jetzt

In mir der Widerstand
Der Schrei
Die Abscheu
Die Angst
Vor der Auseinandersetzung
Damit
Nein, vieles ist nicht in Ordnung
Soll es das werden?
Ja!
Also doch die Auseinandersetzung?
Ja!
Aber nicht jetzt.

Reine Freude

Ich träume
Dich noch einmal zu sehen
Deine Augen
Weit wie der Himmel 
Tief wie der Ozean
Keine Worte
Keine Fragen
Keine Urteile
Reine Freude

Ein Elfchen

Sohn

Ein Wort

Meines Lebens Liebe

Du, mein Geschenk Gottes

Danke

Die Luft zum Leben

Ruhig und ebenmäßig, 
wenn es Dir gutgeht
Unruhig bis unmöglich,
wenn das nicht der Fall ist
Mein Atem 
Ein Seismograph 
Deines Wohlbefindens

Mein Leben

Vergangenheit definiert, wer ich wurde
Aber in jedem Moment meiner Gegenwart
Kann ich etwas Gutes daraus machen
Anerkennen, was geschafft ist,
Frieden finden mit den Erfahrungen
die sich nicht ändern lassen
denn es ist mein Leben

Ich wünsche mir eine Welt,

in der…
… der Professor vom Obdachlosen lernt
… Palästinenser und Israelis gemeinsam essen
… Erwachsene Kinder ernstnehmen und ihnen zuhören
… Frauen unterwegs in Dunkelheit keine Angst haben brauchen
… Männer als Hausmänner voll anerkannt sind
… Eltern stolz sind auf ihr „behindertes“ Kind
... Jungs lange Haare und lackierte Nägel haben können
… Mädchen Fußball und mit Matchbox-Autos spielen können 
Quelle: Sophie Schäfer
St. Jakobi in Bad Bederkesa
Heute wage ich mich raus
Fremd bin ich hier
Und alleine
Ich bewege mich in dieser fremden Stadt
Die Angst läuft mit bei jedem Schritt
Aufmerksam achte ich auf jedes Geräusch
Sehe auf alles um mich herum
Meine Sinne sind in Alarmstimmung,
obwohl nichts los ist
in Bad Bederkesa
Mein Atem ist schnell,
mein ganzer Körper beginnt zu zittern
Zielstrebig gehe ich zur nächsten Kirche
Ich blicke an ihr hoch 
In den Himmel 
Du bist groß
Klein bin ich
Zuflucht finde ich bei Dir. 
Auch du bist da, Gott,
Bei jedem Schritt
Bei mir.
Danke

Unterbrechung

Eine Unterbrechung des Alltags
Termine lösen sich auf
Wie eine Walze
ebnet die äußere Gewalt ein
was es an anstehenden Terminen gibt
Freie Zeit entsteht
Zeit zur Besinnung
auf das, was ist
In mir viel Dankbarkeit 
für meine Lebensretter 

überwältigt

Meine Welt verdunkelt sich, 
Aufgaben verlieren ihre Wichtigkeit, 
Zeit vergeht oder steht,
sie ist ohne Bedeutung, 
Traurigkeit überwältigt mich,
Alltägliches wird unendlich schwer. 
Mein Herz weint
Du meidest mich
Was habe ich falsch gemacht?
Quelle: Sophie Schäfer

Verbindet uns der Blick in den Himmel?

Ich sehe den Himmel an und staune
Seine Weite ist mir so unergründlich
Verbindet uns der Blick in den Himmel?
Du bist so weit weg
Du im Süden
Ich im Norden
Siehst Du, was ich sehe?
Ich wünsche es mir
denn jede Verbindung zu Dir macht mich lebendig  

head over heels 2006

Ganze Sätze?
Zu komplex!
Einzelne Worte?
Wenn sie mir einfielen!
Meine Sprache versagt
Ich will mit Dir reden,
aber stammle nur
Verstand ist Vergangenheit
Kontrolle komplett verloren
Zuhören?
Ging mal besser.
Hilfe!

Bitte nicht

Nicht mehr
Wie soll ich das begreifen?
Raum und Zeit gehen mir verloren
Funktionieren, nicht nachdenken
Weitermachen
„Es geht weiter“
Gemeint als Trost
Gehört als Verdammung
Wie soll es weitergehen
wenn das halbe Leben fehlt?
Irgendwann der Zusammenbruch
Das Tor zur Erlösung öffnet sich
Tränen fließen 

Verbindung

Ich sah die schönsten Farben der Welt
In ihrer vollen Pracht
Einzigartig 

Ich wurde blind

Würde ich mir erlauben die Farben der Welt zu vergessen?
Die Erinnerung an unermessliche Schönheit 
ist gedankliche Teilhabe am Schönen
Quelle: Sophie Schäfer
Lichtblick. Fenster im Petersdom in Rom.

Dich

Das letzte Licht gelöscht
Vom Leben gezeichnet
Der letzte Freund verschwunden
Die Blüte verwelkt
Die Zeit der Schmetterlinge vorbei

Allein wirst Du nicht sein
Solange ich atme
Etwas Besonderes passierte mit mir
Mein Herz suchte sich aus Dich zu lieben
Ich suche Dein Gutes
das Gute für Dich
Ich werde da sein

Du meine Freude

Du der Himmel, ich die Erde
Du das Wort, ich das Bild
Du der Geist, ich der Leib
Du das Hirn, ich das Herz
Du der Sprint, ich die Ausdauer
Du die Vernunft, ich die Leidenschaft
Du der Berg, ich die Tiefe
Du die Aktivität, ich die Ruhe
Du die Stimme, ich die Stille
Du der Mut, ich die Furcht
Du der Strom, ich die Quelle
Du die Farbe, ich die Blässe
Du der Tag, ich die Nacht
Du die Sonne, ich der Mond
Du die Stärke, ich das Lassen
Du die Melodie in Dur, ich in Moll
Du die Trompete, ich das Cello
Versöhnte Verschiedenheit
Perfekte Ergänzung
Du meine Freude 

Perfekte Ergänzung

Quelle: Sophie Schäfer
Drei Silben - mein Leben

Ein Geschenk für die Welt

Unermessliche Schönheit
Gewachsen in Liebe
Geerdet wie ein Baum
Und zugleich
Seine Richtung kennend 
wie ein Zugvogel
Ein Bote des Friedens 
Ein Diener Gottes
Ein starker Mann
Ein Geschenk für die Welt

Einzigartig

Jedes Wachstum hat ein Ziel,
jedes Werden findet sein Ende
Wenn Begegnung in Erinnerung übergeht
speist sich die Seele aus dem, 
was sie an Bildern in sich trägt
auf dass ihre Sehnsucht zur Vollendung komme
Quelle: Sophie Schäfer
Sehnsuchtsort im Ratzeburger Dom

08/17

Einen Monat ist es her
Ist das lang oder kurz?
Liegt die längste Zeit hinter mir?
Verändert sich nichts mehr?
Jeden Tag will ich Dich ehren 
mit meiner Arbeit
mit meinem Leben
Hoffnung nimmt ab
aber verschwinden wird sie nie
So kann ich gegen jede Wahrscheinlichkeit
Jedem neuen Tag mit frischer Vorfreude begegnen

Ein Dank

Etwas Bleibendes
Das war Dein Wunsch
Zeit vergeht
Das Haar wird lichter,
Der Bart bekommt weiße Haare
Verändert hat sich vieles
Aber nicht die Warmherzigkeit, die von Dir ausgeht
Ein Blick auf Dich schenkt mir Kraft
Deine Schönheit bleibt 
Quelle: Sophie Schäfer

kein Halt im freien Fall

Da ist kein Halt im freien Fall
Unerwünscht 
und trotzdem da
Tausend Tränen noch in mir
machen mich schwer
erdrückt von Traurigkeit
Deine Stimme
verhallt
wie ein letzter Atemzug
der Nachklang
mein Leben? 
Quelle: Sophie Schäfer